Hiob 6 vo 42
- von Rico Loosli 6934 Bioggio
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Hiob 6 vo 42
6:1 Hiob erwideret dänn:
2 "Wenn mer mini Qual doch nur ganz und gar wiege
und zäme mit mim Unglück uf Waagschale chönt lege!
3 Sie isch jetzt schwerer als de Sand vo de Meer.
Drum sind mini Wort unsinnigs Grede gsi.
4 Denn d Pfiili vom Allmächtige händ mi durebohrt
und min Geischt trinked ihr Gift.
Vo Gott kommende Schrecke sind gege mich ufmarschiert.
5 Wird es Wildesel öppe schreie wenn er Gras het?
Wird es Stier brülle wenn er Fuetter hät?
6 Isst mer öppis Fades ohni Salz?
Het Eibischschleim öppe Gschmack?
7 Ich han mich gweigeret so öppis azrüehre.
Es isch für mich wie verdorbnigs Ässe.
8 Ach, wänn mini Bitte doch nur gwährt wür,
würd Gott mer min Wunsch doch nur erfülle!
9 Wänn Gott doch nur bereit wäri mi zermale,
wener doch nur sini Hand usstrecke und mich vernichte wür!
10 Selbst das wür mir Trost spende.
Ich würd vor Freud springe trotz mine unufhörliche Schmerze,
Denn i ha de Wort vum Heilige nit abglehnt.
11 Han ich d Chraft na wiiter z warte?
Weles Ändi erwartet mich, dass ich am Läbe söll blibe?
12 Hani öppe d Chraft vomene Felse?
Bestaht mis Fleisch us Chupfer?
13 Chan ich mir öppe irgendwie selber helfe,
wo mer doch alli mittel gno worde sind?
14 Wer au immer sim Mitmensche loyali Liebi vorenthaltet,
wird d'Ehrfurcht vorem Allmächtige ufgäh.
15 Mini eigene Brüeder sind trügerisch wie es Winterbach,
wie s verrinnende Wasser vo Winterbäche.
16 Si sind trüb vom iis,
schmelzende Schnee verbirgt sich inne.
17 Doch es chunt d Ziit, da schwindet ihr Wasser und sie versieged.
Wenns heiss wird, vertrockeds.
18 Ihr Lauf änderet sich.
Sie flüssed id Wüeschti und verlüred sich.
19 Karawane vo Tẹmak halte Uusschau nach ihne,
d Reisende us Schẹbaal warted uf sie.
20 Doch sie werded für ihres unagebrachts Vertraue beschämt.
Sie chömed det ane, nur zum enttüscht werde.
21 So sind ihr für mich worde.
Ihr hend mis schreckliche Unglück gseh und fürchtet eu.
22 Hani villicht gseit: 'Gäbet mir öppis'?
Hani vo eu es Gschänkli vo eurem Vermöge verlangt?
23 Hani drum bätte, us de Hand vomene Feind befreit
oder vor Unterdrücker grettet werde?
24 Belehrt mich und ich wird schweige.
Helft mer min Fehler zverstah.
25 Ehrlichi Wort tüend ned weh!
Doch wele Vorteil bringt eui Zrechtwiisig?
26 Plant ier, mini Wort z kritisiere,
die Rede vomne verzwiiflete Mensch wo de Wind fortträgt?
27 Ihr würed sogar um es Waisenchind Los werfe
und eure eigene Fründ verchaufe!
28 Dreht eui jetzt um und gseht mi a,
ich wür eu doch nöd is Gsicht lüge!
29 Überleit bitte namal – beurteilt mich nöd falsch –,
ja, überleit namal denn no isch mini Grächtigkeit vorhande.
30 Isch öppe unrecht uf minere Zunge?
Schmöckt mis Gaume nöd, dass öppis nöd stimmt?