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Rico Loosli 6934 Bioggio
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Prediger 12 vo 12

 

Prediger 12 vo 12

12:1 Denk also a dine grosse Schöpfer i dinere Jugend, bevor die beschwerliche Täg chömed und sich d Jahr iistelled, wo du seisch: "Sie gfalled mer gar nöd",

2 bevor sich d'Sunne und s'Liecht und de Mond und d'Sterne verfinstered und nach em Räge d'Wulche wieder zruggchere,

3 a dem Tag wo d Wächter vom Huus zittrig werded und die starche Männer sich chrümmed und d Fraue ufhöred z mahle, will nur no wenig vo ihne da sind, und die Dame wo us de Fenster lueged s dunkel finde,

4 wänn d Tüüre zu de Stross gschlosse sind, wänn s Grüüsch vo de mahlende Mühl liislig wird, wänn mer bim Luut vome Vogel ufstaht und alli Töchter vom Gsang dämpft töönt.

5 Au fürchtet mer sich vor de Höchi und uf de Stross luure Schrecke. De Mandelbaum treit Blüete, de Grashüpfer schleppt sich det ane und d Kapernbeeri platzt, will de Mensch zu sim bliibende Huus gaht und die Truurende dur d Stross zieh.

6 Bevor die silberne Schnure entfernt und die goldene Schale zerrömmeret wird bevor de Krug a de Quelle zerbroche und s Schöpfrad für d Zischterne zerschlage wird.

7 Denn chehrt de Staub zur Erde zrugg, so wie er gsi isch, und de Geischt kehrt zum wahre Gott zrugg, der en geh het.

8 "Die grösst Sinnlosigkeit", seit de Versammler. "Alles ist sinnlos!"

9 Dä Versammler isch nöd nur wiis worde, sondern er hät s Volk au fortlaufend das glehrt, won er gwüsst hät, und er hät dänkt und gründlichi Nochforschige aagstellt, um villi Sprüch zämme zuestelle.

10 De Versammler bemüht sich aasprechendi Wort z finde und die exakte Wort vo de Wahrheit ufzzeichne.

11 D Wort vo de Wise sind wie Ochsestachle und iri Sprüch Sammlige wie fescht igschlageni Nägel gä vomene einzige Hirte.

12 Lah dich vor allem, was drüber usegoht, warned, min Sohn: S Schriibe viel Büecher wird nie ufhöre, und sich ihne viel z widme, ermüedet de Körper.

13 S Fazit nachdem mer alles ghört het isch: Heb Ehrfurcht vorem wahre Gott und heb sini Gebot – das isch die ganzi Pflicht vom Mensch.

14 Denn de wahri Gott wird iba jedi Tat Gricht hebe, au iba alles Verborgeni, um drüber z Urteile, obs guet oder schlächt isch.

 

 

Rico Loosli 6934 Bioggio
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Prediger 11 vo 12

 

Prediger 11 vo 12

11:1 Wirf dis Brot ufs Wasser, denn nach vielne Täg wirschs wiederfinde.

2 Gib siebe oder sogar acht en Ateil, denn du weisch ned was für en Unglück sich uf de Erde erigne wird.

3 Wänn d Wulche voll Wasser sind, rägnets uf d Erde, und wänn en Baum nach Süde oder Norde fallt – wo de Baum anegheit, det wird er ligge.

4 Wer uf de Wind achtet, wird kei Same sae, und wer nach de Wulche luegt, wird nöd ernte.

5 So, wie dü nit weisst, wie de Geischt in de Glieder vumene Kind im Muetterliib wirkt, so kennsch dü au nit des Wahre vum wahre Gott, der alles macht.

6 Säe dini Saat am Morge und leg dini Händ nöd vor em Abig in Schoss, denn du weisch nöd was vo Erfolg krönt wird - das oder jenes, oder ob beides guet glinge wird.

7 Süess isch s Liecht, und es isch guet, dass d Auge d Sunne gsend.

8 Denn falls en Mensch viel Jahr lebt, denn söll er sie au alli gnüsse. Doch er söll dra dänke, dass die finschtere Täg lang chönd aaduure. Alles wo chunt isch sinnlosigkeit.

9 Freu di, junge Maa, solang du jung bisch, und dis Herz söll froh si in dinere Jugend. Folg d Wäg dim Herz und gang, wohin dini Auge dich füehre. Aber du söllsch wüsse, dass de wahri Gott dich für all das zur Rächeschaft zieh wird.

10 Deshalb entferne Belastends us dim Herze und heb dir Schädliches vom Leib, denn Jugend und die beste Jahr sind Sinnlosigkeit.

 

Rico Loosli 6934 Bioggio
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Prediger 10 vo 12

 

Prediger 10 vo 12

10:1 So wie toti Flüüged s Öl vom Salbemischer zum Stinke und Gäre bringed, so wiegt chli Unvernunft schwerer als Wiisheit und Ruhm.

2 De Wiise füehrt sis Härz uf de richtig Wäg, de Unvernünftige aber füehrts uf de falsch Wäg.

3 Welche Wäg de Dummchopf au immer gaht, es fehlt ihm a Vernunft, und er laht jede wüsse, dass er dumm isch.

4 Sött de Zorn vomene Herrscher gäge dich ufflamme, dänn verloh din Platz nöd, denn Rueh z bewahre beugt grosse Sünde vor.

5 Da isch öppis Deprimierends woni under de Sunne gseh han – die Art Fähler wie sie die Mächtige begönd:

6 Unvernunft wird uf vill höchi Poschte gsetzt, doch die Riiche bliibed i niedriger Stellig.

7 Ich han Diener z Ross gseh und Fürst wo wie Diener z'Fuess gange sind.

8 Wer e Gruebe gräbt chan inegheie, und wer en Steinmuur durchbricht chan vonere Schlange bisse werde.

9 Wer Stei bricht, cha sich dra verletze, und wer Holz hackt, cha sich in Gfahr bringe.

10 Isch es Isewerkzüg stumpf und mer schärft d Schniide nöd, muess mer viel Chraft ufwände. Doch Wisheit verhilft zum Erfolg.

11 Wenn d Schlange biisst bevors beschwore wird, brucht mer au kein gschickte Schlangebeschwörer.

12 Die Wort usem Muul vom Wiise bringed Anerkennig, aber de Unvernünftigi richtet sich dur sini Lippe zgrund.

13 Die erschte Wort us sim Muul sind Unsinn und sini letschte Wort sind folgeschwerer Wahnsinn.

14 Doch de Unvernünftigi redet immer wiiter. En Mensch weiss nit was passiert wird. Wer chan ihm sege was nach ihm chunt?

15 De Unvernünftig laht sich vo sinere herte Arbet uslache, denn er wüsst nöd mal wie mer de Weg zu de Stadt findet.

16 Wie schlimm für es Land, wänn de Chönig na en Bueb isch und d'Fürste scho morn mit ihrne Fäschtmähler afange!

17 Wie froh chan s Land sii, wänn de König de Bueb vo Edle isch und die Fürschte zur richtige Ziit tafle zum starch werde, und nöd zum sich betrinke!

18 Extremi Fuulheit füehrt dezue, dass sich d Dachbalkä senked, und träg Händ lönd s Huus undicht werde.

19 Brot sorgt für Lache und Wy macht s Läbe agnehm, aber Geld stillt jedes Bedürfnis.

20 Nöd mal in Gedanke verflueched de König, und de Riiche verflueched nöd i dim Schlafzimmer, denn vilicht wird en Vogel de Luut wiiter träge, es gflüeglets Gschöpf die Wort wiederhole.

 

Rico Loosli 6934 Bioggio
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Prediger 9 vo 12

 

Prediger 9 vo 12

9:1 So hanni mer das alles z Herze gno und isch zum Schluss cho, dass d Grechte und d Weise samt ihre Werke i de Hand vum wahre Gott sind. Die Mensche wüssed nüt vo de Liebi und em Hass us de Ziit vor ihne.

2 Alle ergohts genau glich - de Grächte wie de Böse, de Gueti und de Rine wie de Unreine, de Opfernd wie de Nödopferde. De Gueti isch so wie de Sünder, und de en Eid schwört isch so wie de wo mit em Schwöre vorsichtig isch.

3 S Deprimierende a dem, wo under de Sunne gschieht isch: Da alli s gliiche Endi nehmed, isch s Härz vo de Mensche voll vo Schlechte, und Wahnsinn steckt i ihrem Herze ihres Läbe lang, und dänn sterbed sieb!

4 Für jede under de Läbige gits Hoffnig, will en läbende Hund besser dra isch als en tote Löwe.

5 Denn die Lebende wüssed, dass sie sterbe werded, aber die Tote wüssed gar nüt, au bechömeds kei Belohnig meh, will jedi Erinnerig a sie in Vergesseheit grate isch.

6 Au iri Liebi und ihr Hass und ihri Iifersucht sind längscht erlosche, und sie händ a nüüt me teils, wo under de Sunne tah wird.

7 Gang und iss dis Ässe mit Fröid und trink din Wy mit frohem Härze, denn de wahri Gott het scho a dim Tue Gfalle gfunde.

8 Dini Chleider sölled immer wiis sii, und versuums nöd, Öl uf din Chopf ztue.

9 Gnüss s Läbä mit dinere gliebte Frau all Täg vum sinnlose Läbä, wo Gott dir gäh het under d Sunne, alli dini sinnlose Täg. Denn das isch din Los im Läbe und de Lohn für dini härti Arbet, mit dere du dich under de Sunne abmüesch.

10 Alles was du chasch mache, das tuet mit dinere ganze Chraft, denn es git weder Tue no Plane wüsse no Wiisheit im Grab det wo du gosch.

11 No öppis hani unter de Sunne gseh: dass nöd immer d Schnälle s Ränne gwünned no d Starche d Schlacht no dass d Wiise immer z ässe händ no d Kluge immer Richtum no die mit viel Wüsse immer Erfolg dänn Ziit und unerwarteti Ereignis treffeds alli.

12 Denn de Mensch kennt sini Ziit nöd. Wie Fisch ime grausige Netz gfange werded und Vögel inen Fall grote, so werded d Mensche inere Ziit vom Unglück gfange, wenns plötzlich über sie chunt.

13 Au das hani under de Sunne zum Thema Wiisheit beobachtet und es het Iidruck uf mich gmacht:

14 Da isch e chlini Stadt gsi mit wenige Männer drin, und es het en mächtige König geg sie vorgrückt, het sie umzinglet und grossi Belagerigsalage baut.

15 Det hets au en arme geh, aber wiise Maa wo dur sini Wisheit d'Stadt rettet het. Doch niemer het de arme Maa in Erinnerig bhalte.

16 Da hani mir gseit: "Wiisheit isch besser als Macht, aber d Wiisheit vomne Arme wird verachtet und uf sini Wort ghört mer nöd."

17 Besser mer ghört uf die ruhige Wort vom Wise als uf s Gschrei vomene Herrscher, wo under Unvernünftige regiert.

18 Wiisheit isch besser als Kriegswaffe aber nur en einzige Sünder chan viel Guets zerstöre.