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Rico Loosli 6934 Bioggio
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Hiob 29 vo 42

 

Hiob 29 vo 42

29:1 Hiob het sini Red furt gsetzt und gseit:

 2 "Wäri nur wieder i de frühnere Mönet,

in de Täg wo Gott über mich gwacht het,

 3 wo er sini Lampe über mim Kopf het schiine lo,

wo ich i sim Liecht dur d Dunkelheit gange bin,

 4 wo ich i de Blüete vo mim Läbe gsi bin,

als Gottes Fründschaft i mim Zelt zgspüre gsi isch,

 5 wo de Allmächtig no bi mir gsi isch,

wo mini Chind rings um mich her gsi sind,

 6 als mini Schritt in Butter schwamme

und d Felse Bäch vo Öl für mich uusgosse.

 7 Wo ich na usegange bin zum Stadtor

und miin Sitz uf em öffentliche Platz iignoh hät,

 8 da hend mich die junge Männer gseh und sind zur siite gstande,

und sogar die alte Manne erhobe sich und blibe stönd.

 9 Die füehrende Manne händ sich bim Rede zrugg ghalte.

Si händ d Hand vor s Muul leit.

10 Die Stimme vo de agsehne Männer verstumme hänn.

Ihri Zunge hät a irem Gaume chläbt.

11 Wer immer mich ghört het, het guet vo mir gredt,

und wo mich gsäh hend, hend zu mine Gunschte gseid.

12 Denn stets befreiti de Arme, wo um Hilf gruefe het,

sowie s vaterlose chind und jede wo kei Helfer gha het.

13 Die am Undergang nöch si gsi, händ mi gsägnet,

und s Herz vo de Witwe hani fröhlich gmacht.

14 Mit Gerechtigkeit han ich mich bekleidet.

Mini Rächtsprächig isch wie es langs Gwand und en Turban gsi.

15 Auge bini am Blinde worde

un Fess des Glähmte.

16 Em Arme bini en Vater gsi.

Ich untersuechte de Rechtsfall mir Unbekannter.

17 Dem wo schlechtes tah het, brachi de Kiefer,

und sine Zähnen entriss ich die Büte.

18 Ich han immer gseit: 'Ich werde i mim dihei sterbe

und mini Täg werded so zahlriich sii wie d Sandkörner.

19 Mini Wurzle werded sich zum Wasser ane usbreite

und de Tau wird die ganz Nacht uf mine Zweige bliibe.

20 Min Ruhm wird ständig erneueret

und de Böög i minere Hand wird nöd ufhöre z schüsse.'

21 Erwartigsvoll het mer zueglost,

het schweigend uf min Rat gwartet.

22 Hani gredet gha, hends nüt meh chöne hinzuefüege.

Mini Wort händ sanft uf ihri Ohre rieslet.

23 Si warted uf mich wie uf Rege.

Wiit händs ihres Muul göffnet wie nach Früeligsrege.

24 Hani ihne zueglächlet, händses chuum chönne glaube.

Mis strahlends Gsicht hät sie uf munter.

25 Ich ha sie aagleitet als ihres Oberhaupt

und ha gläbt wie en König under sine Truppe,

wie eine wo die Truurende tröschtet.

 

Rico Loosli 6934 Bioggio
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Hiob 28 vo 42

 

Hiob 28 vo 42

28:1 Es git en Ort wo mer Silber abbaut,

und en Ort für Gold wo gläuteret wird.

 2 Iise wird usem Bode gwunne

und Chupfer us Gstei usgschmolze.

 3 De Mensch besiegt d Finsternis.

Im Dunkle und Finstern stossst er bis a d Gränze vor

uf de suechi nach Erz.

 4 Er gräbt en Schacht, wiit wäg vo dert wo Mänsche wohned,

a vergessene Orte, wiit weg vo det, wo sie umeziehnd.

Männer lönd sich abe und schwäbe i de Luft.

 5 Uf de Erde wachst Nahrig,

aber drunder wird alles umgwühlt wie durch Füür.

 6 Det im Gstei findet mer de Saphir

und de Staub enthaltet Gold.

 7 Kei Raubvogel kennt de Pfad dete ane.

S Aug vom Schwarze Milan hät en nöd erspoht.

 8 Kei majestätischs Tier hät en beträte.

De jung Löi isch det nöd umegschliche.

 9 De Mensch bricht mit sinere Hand herts Gestei uf.

D'Bärge wählt er vo Grund uf um.

10 Er haut Wasserkanäl i de Fels.

Sini Auge entdecked alles Choschtbari.

11 Er staut Flüss a ihrne Quelle uf

und bringt Verborgenes as Liecht.

12 Aber Wiisheit - wo isch sie zfinde?

Wo isch d Quelle vom Verständnis?

13 Kein Mensch erkennt ihren Wert

und im Land vo de Läbige isch si nöd z finde.

14 S tüüfe Wasser seit: 'Sie isch nöd in mir!'

S Meer seit: 'Bi mir isch si nöd!'

15 Mit reinem Gold chamer sie nöd chaufe

na chamer Silber als Gägewert defür abwäge.

16 Mer chan sie ned mit Gold us Ọphiri chaufe

na mitem seltene Ọnyxstei und em Saphir.

17 Gold und Glas chamer nöd mit ihre vergliiche,

no chamer sie geg es Gfäss us feinstem Gold iitusche,

18 ganz z schweige vo Koralle und Bergkristall.

Denn en Büteli mit Wiisheit isch meh wert als eine volle Perle.

19 Mit em Topạs vo Chusch laht sie sich nöd vergliiche.

Nöd emal mit reinem Gold chammer sie erwerbe.

20 Doch woher chunt d Wiisheit eigentlich?

Wo isch d Quelle vom Verständnis?

21 Sie isch vor de Auge alles Lebende versteckt

und vor de Vögel vom Himmel verborge.

22 Vernichtig und Tod säge:

'Eusi Ohre händ nur en Bricht über sie vernoh.'

23 Gott verstahts de Weg zu ihre zfinde.

Er allei weiss wo sie wohnt,

24 den er luegt zu de Endi vo de Erde

und gseht alles underem Himmel.

25 Wo er d'Sterchi vom Wind festgleit het

und s'Wasser usmisst,

26 als er en Vorschrift für de Rege erlese

und en Weg für die Dönner Gwitterwolke vorgäh,

27 da het er Wiisheit gseh und het si erchlärt.

Er hät si gründet und erprobt.

28 Und er het zum Mensche gseit:

"D'Ehrfurcht vor Jehova – das isch Wiisheit,

und sich vom Schlechte abwände – das isch Verstand.'"

 

Rico Loosli 6934 Bioggio
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Hiob 27 vo 42

 

Hiob 27 vo 42

27:1 Hiob het sini Red furt gsetzt und gseit:

 2 "So wahr Gott läbt wo mir Gerechtigkeit vorenthalte het,

so wahr de Allmächtig läbt wo mir s Läbe bitter gmacht het:

 3 solang no Atem in mir isch

un Geischt vu Gott i minere Nase,

 4 so lang wird kei Ungerechtigkeit über mini Lippe cho

und mini Zunge wird nüt betrügerischs murmle!

 5 Es isch für mich undenkbar, eu für recht z erkläre!

Bis ich sterbe wird ich mini Integrität nöd ufgäh!

 6 Ich wird a minere Gerechtigkeit festhalte und sie niemals loslönd.

Mis Herz wird mich nöd verurteile solang ich lebe.

 7 Min Feind söll wie die Böse werde,

mini Agriifer wie die Ungrechte.

 8 Denn was für e Hoffnig het de Gottlosse, wenn er vernichtet wird,

wänn Gott sis Lebe wegimmt?

 9 Wird Gott sin Schrei lose,

wänn Unglück über ihn inebricht?

10 Wird de Allmächtig d Quelle siinere Freud?

Wird er jederziit Gott alüte?

11 Ich wird eui Wüsse über d Macht Gottes vermittle.

Nüt was de Allmächtige betrifft wird ich verheimliche.

12 Ihr alli hend doch Visione gseh,

warum gänd ihr dänn völlig leeres Gerede vo eu?

13 Das isch de Ahteil wo de schlächti Mensch vo Gott bechunnt,

s Erbe, wo Tyranne vom Allmächtige erhalte:

14 Het er viel Söhn, werded sie durs Schwert umchoo,

und sini Nachkomme werded ned gnueg z'ässe ha.

15 Die ihn überläbed, wird e Süüch begrabe,

und ihri Witwe werded nöd um sie brüele.

16 Wenn er au Silber wie Staub ufhauft

und edli Chleider lageret wie Lehm,

17 ja obwohl er das alles ahsammlet,

wird doch de Grächt sie träge

und die Unschuldige werded sis Silber ufteile.

18 s Huus woner baut isch so zerbrechlich wie de Kokon vonere Motte,

wie en Underschlupf wo sich en Wächter gmacht hät.

19 Riich wird er sich schlafe lege, aber nüt ahsammle.

Wän er d Auge öffnet wird nüd da sii.

20 Schrecke überrollt ihn wie e Fluet.

In de Nacht wird er vomene Sturm weggrisse.

21 Es Ostwind wird en fortträge, und weg isch er.

De Wind fägt en vo sinere Stell.

22 Ohni Mitleid stürzt er sich uf ihn,

während er verzwiiflet versuecht sinere macht z entcho.

23 Er chlatscht vor ihm id Händ

und vo sim Platz us verspottet er en.

 

Rico Loosli 6934 Bioggio
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Hiob 26 vo 42

 

Hiob 26 vo 42

26:1 Hiob erwideret:

2 "Wie sehr hast du dem Kraftlose geholfen!

Wie du de schwache Arm doch grettet hesch!

 3 Wie brillant hesch doch de berate wos a Wiisheit fehlt!

Wie grosszügig hesch din gsunde Menscheverstand enthüllt!

 4 Wem verzellsch da eigentlich öppis?

Wer het dich dezue inspiriert so öppis z sege

 5 Die im Tod Chraftlose zittere.

Sie sind tüüf une, tüüfer als s'Wasser und sini Bewohner.

 6 Nackt liit s Grab vor Gott

und de Ort vo de Vernichtig isch unbedeckt.

 7 Er spannt de Nordhimmel über em leere Ruum us,

hängt d Erde a nüüt uf.

 8 Er wicklet s'Wasser so i sini Wulche ii,

dass sie nöd under ihrem Gwicht verreissed.

 9 Er versperrt de Ablick vo sim Thron,

indem er sini Wolke devor usbreitet.

10 Er markiert de Horizont uf de Oberflächi vom Wasser.

Er zieht e Gränze zwüsche Liecht und Dunkelheit.

11 Sälbscht d Süüle vom Himmel schwanke –

sis Machtwort versetzt sie in Schrecke.

12 Dur sini Chraft wühlt er s Meer uf

und dur sin Verstand zerschmetteret er s Seeungehüür.

13 Mit sim Atem klart er de Himmel uf.

Sini Hand durebohrt die schwer zu fassendi Schlange.

14 Das alles sind nur d Säum vo sinere Wäge!

Nur es liisligs Flüstere isch vo ihm zverneh!

Drum: Wer chan sin machtvolle Donner verstah?"